Insidertrading am 9/11?

Blick auf Manhattan am 9/11 Quelle: National Park Service Lizenz: Public Domain Das Original findet sich hier.

Blick auf Manhattan am 9/11
Quelle: National Park Service
Lizenz: Public Domain
Das Original findet sich hier.

Die Untersuchung verdächtiger Finanzgeschäfte im Umfeld der Anschläge des 11. September ist ein wichtiger Handlungsstrang im Roman „Argentinisches Roulette“. Diese Geschäfte sind tatsächlich dokumentiert. Es handelte sich dabei um Verkaufsoptionen (Put-Optionen) auf die Aktien der von den Anschlägen betroffen Fluggesellschaften (American und United Airlines) und Versicherungen, die von verschiedener Seite in ihrer Höhe und Verteilung als ungewöhnlich und „konsistent“ mit einem Vorwissen um die Attentate eingestuft wurden.

Der Wert von Put-Optionen steigt, wenn der Wert der zugrundeliegenden Aktien sinkt. In dem selben Szenario sinkt der Wert von Kaufoptionen (Call-Optionen). In den Tagen vor dem 11. September wurden zehnmal mehr Put-Optionen als Call-Optionen auf Aktien von United Airlines eingegangen und fünfmal mehr Puts als Calls auf Aktien von American Airlines. Bei der Citibank, deren Versicherungsarm durch die Attentate mit zirka einer halben Milliarde Dollar an Verlusten zu rechnen hatte, war das Volumen der Puts sogar 45-mal höher als an normalen Handelstagen. Auffällig war also nicht allein das Verhältnis von Puts und Calls bei den betroffenen Firmen, das eine klare Erwartung von Kursverlusten widerspiegelte, sondern auch die absolute Höhe der Positionen.

Untersuchung der verdächtigen Geschäfte durch die US-Börsenaufsicht

Wie im Roman geschildert, hat daraufhin die US-Börsenaufsicht („Securities Exchange Commission, SEC“) eine Untersuchung der betreffenden Geschäfte („Insider Trading investigation“) eingeleitet, an der zahlreiche andere Stellen und Staaten beteiligt waren. Erste Berichte über die Untersuchung möglicher Insidergeschäfte erschienen unter anderem in der Times vom 18. September 2001. Zu den Staaten, die zu diesem Zeitpunkt bereits Untersuchungen eingeleitet hatten, gehörten auch Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Verschiedentlich wird der damalige Präsident der Bundesbank, Ernst Welteke, mit dem Satz zitiert: „Es gibt immer klarere Hinweise, dass es auf den internationalen Finanzmärkten Aktivitäten gegeben hat, die mit dem notwendigen Insider-Wissen ausgeführt worden sein müssen.“

Nach Angaben der 9/11-Kommission, des FBI und der SEC in den folgenden Jahren haben die jahrelangen Untersuchungen jedoch keine konkreten Anhaltspunkte für Finanzgeschäfte mit Vorwissen („Insider Trading“) ergeben bzw. konnten die betreffenden Geschäfte auf andere „unverdächtige“ Ursachen zurückgeführt werden. In der jüngeren Forschung wurde die Einschätzung, dass die damaligen Handelsmuster „konsistent“ mit dem Verhalten von Finanzakteuren mit einem Vorwissen von den Anschlägen sind, jedoch zuletzt 2006 (Allen Poteshman, University of Illinois) und unabhängig voneinander 2010 nochmals von einer Schweizer und einer internationalen Studie bestätigt. Daher gehören die Finanzwetten auf eine Abwertung der von den Anschlägen wirtschaftlich betroffenen Unternehmen und jene auf eine Aufwertung von Unternehmen, die von den Anschlägen profitieren würden (Rüstungskonzerne) natürlich zu jeder Verschwörungstheorie zum 11. September, die etwas auf sich hält.

Die entsprechenden Wikipedia-Einträge auf deutsch und auf englisch bieten eine Reihe von weiterführenden Links auch zu den offiziellen Untersuchungsergebnissen:

Darüber hinaus gibt es natürlich eine große Anzahl von Büchern und Internetbeiträgen, die sich mit dem Thema beschäftigen. Genug, um selbst zum Verschwörungstheoretiker zu werden. Hier sind nur einige aufgeführt:

 

Ein Gedanke zu „Insidertrading am 9/11?

  1. Pingback: Offizielle Webseite zum Roman gestartet | Argentinisches Roulette

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